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Barrett und Krebsentwicklung

Sehr verehrte Leserin, sehr geehrte Leser!


Ich möchte die drängenden Fragen meiner Patienten zum Thema „Barrett und Krebs“ noch einmal aufgreifen. Ich hatte bereits dargestellt, dass die ursprünglich vermutete hohe Entartungsgefahr bei einem Barrett-Syndrom sich nicht bestätigt hat. Dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen Barrett und Krebsentwicklung. Es gilt, immer die Gesamtsituation der Patienten zu betrachten. Kleine in der Speiseröhre entdeckte Barrett-Inseln sind wesentlich harmloser als ein sog. Long-Barrett, welches sich über mehrere cm in der Speiseröhre erstreckt. Hier ist es unmöglich, überall Proben zu entnehmen und das Barrett lückenlos zu überwachen. Eine schützende Medikation ist wichtig. In den vorangegangenen Generationen gab es wenig wirksame Mittel gegen die Verätzungen in der Speiseröhre. Schädigungen bis hin zur Krebsentwicklung waren viel häufiger.

Ist ein Barrett erst einmal entstanden, kann dies auch durch hohe Dosen von Säureblockern in der Regel nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die Konzentration der Salzsäure wird zwar vermindert aber weiterhin spülen andere Verdauungsenzyme, Gallensäuren, Bakterien und Mageninhalt hoch in die Speiseröhre. Denn das Verschlusssystem zur Speiseröhre ist ja nach wie vor defekt. Zum anderen kommt es dadurch immer wieder vor, dass sich trotz der regelmäßigen PPI-Medikation ein Barrett in der Speiseröhre entwickelt. Dazu lesen Sie bitte auch den Blog "Gallereflux".

Aber: Die Säureblocker bieten einen recht guten Schutz und können immerhin das Fortschreiten der Barrett-Veränderung in höhere Stadien verhindern! Daher wird für diese Patienten mehr als für andere der achtsame Schutz der Speiseröhre, die regelmäßige Einnahme der Säureblocker, Rücksicht im Ernährungsverhalten und auch das Einstellen des Rauchens empfohlen! Denn Rauchen ist tatsächlich auch ein Risikofaktor für das Barrett.

Eine drängende Frage für uns war, wie wird sich aber die operative Wiederherstellung des Verschlusssystems auf das Barrett auswirken? Denn dann ist der Reflux und die Belastung für die Speiseröhre ja vollständig für alle Substanzen gestoppt! Lesen Sie gern einmal diesen Patientenbrief:


Ich bin 67 Jahre und vier Jahre nach meiner OP durch Herrn Dr. Löhde, möchte ich mich gern noch einmal zu Wort melden, weil ich denke, dass viele daran interessiert sind, wie die Langzeitprognose aussieht. Dazu muss ich vorher noch anmerken, dass ich fast 50 Jahre lang(!) „wie ein Hund“ gelitten habe und dass in unserer Familie mein Vater, mein Onkel, mein Opa und mein Uropa schon mit Anfang 70 an Magen- bzw. Speiseröhrenkrebs gestorben sind. Auch meine Speiseröhre hatte schon Zeichen eines Barrett-Syndroms. Nach monatelangen Recherchen und Operationsangeboten, die für mich schon fast als kriminell anzusehen waren, habe ich Herrn Dr. Löhde gefunden. Seine OP-Methode war für mich schlüssig und deshalb hatte ich für mich entschieden, diese OP von Herrn Dr. Löhde durchführen zu lassen.

Im ersten Jahr nach der OP hatte ich doch schon das eine oder das andere Mal Zweifel, ob die OP auch wirklich geglückt sei, da ich einige Rückfälle empfunden hatte, die aber von Mal zu Mal weniger wurden und meine Gesundheit hat sich im Laufe der Zeit immer weiter verbesserte. Jetzt nach 4 Jahren kann ich wirklich ALLES essen und trinken. Selbst einen Ausrutscher in ein Fastfood Restaurant kann ich mir heute leisten (noch vor 4 Jahren wäre ich nach so einem Essen am liebsten gestorben).

Somit kann ich heute sagen, dass ich zu 100% geheilt bin. Mein Barrett ist inzwischen wieder komplett abgeheilt. Nach 50 Jahren Leidensweg hat Herr Dr. Löhde mir meine Lebensqualität ebenfalls zu 100% zurückgegeben hat. Ich bin sogar so vermessen zu sagen, dass es mehr als 100% sind, da ich schon auf dem besten Weg war, der männlichen Familiengeschichte zu folgen – heute bin ich davon überzeugt, dass Herr Dr. Löhde mein Leben um viele Jahre verlängert hat, wofür ich ihm unendlich dankbar bin.“


Wir sind mit unserem Patienten glücklich, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten sich alles so hervorragend entwickelt hat. Aber ich habe diesen Brief aus einem anderen Grund für Sie ausgewählt: Nach erfolgter l.oe.h.d.e.-Operation haben Kontroll-Endoskopien und wiederholte Biopsien tatsächlich die Rückbildung der Barrett-Veränderung bis hin zur vollständigen Abheilung gezeigt! Die Speiseröhre kann offenbar doch wieder vollkommen gesund werden, wenn das Verschlusssystem wieder regelhaft funktioniert! Diesen Befund konnten wir bei einer Vielzahl von operierten Barrett-Patienten erheben - aber leider nicht bei allen. Die Abheilung scheint u.a. von der Ausdehnung des Barrett abhängig zu sein, also ob es sich um kleinere frisch entwickelte Barrett-Inseln handelt oder um ein ausgedehntes Long-Barrett, dass sich jahrelang gewissermaßen ins Gewebe hineingefressen hat. In jedem Fall aber sehen wir eine Besserung der Befunde.

Daher gilt für uns: Barrett-Patienten profitieren besonders von der operativen Wiederherstellung des Verschlusssystems zur Speiseröhre.


Ihr

Dr. med. Eckhard Löhde



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