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Säureblocker - unbedingt beachten!

Aktualisiert: 12. Nov. 2021

Sehr verehrte Patientinnen, sehr geehrter Patient,


wenn einmal die Diagnose „Refluxkrankheit“ gestellt worden ist, ist das schon einmal viel wert. Aber wie geht es nun weiter? Die Therapie der Refluxkrankheit ist komplex und umfasst verschieden Heilungs- und Linderungsansätze. Im medizinischen Alltag folgt die Behandlung von Refluxpatienten allerdings – kritisch angemerkt - einem eher schlichten Behandlungsschema: Sodbrennen, Säureblocker, „Der Nächste bitte..“ Der Rest obliegt dem Patienten. Diesen Ausschnitt aus ihrem Leben schrieb mir eine Patientin:


„Nach vielen Jahren des Herumirrens stand endlich die Diagnose „Reflux“ im Raum. Ich war überglücklich und dachte, dass ab diesem Moment alles besser werden wird, da ich laut der Ärzte alles selbst in der Hand hätte. Durch Ernährung und Medikamente sollte ich meine ständige Gastritis und Speiseröhrenentzündung wohl gut in den Griff bekommen. Mein Zwerchfellbruch war/ist für die Ärzte nicht von großer Bedeutung (eine kosmetische Sache).

Da es in unserer Familie (mütterlicher Seite) durch Speiseröhrenkrebs und Magendurchbruch leider zwei Menschen sehr jung versterben mussten, nahm ich diese Sache sehr ernst.

Ich änderte meine Essverhalten, Trinkverhalten und Schlafverhalten sofort. Seit diesem Zeitpunkt ernähre ich mich nur noch von Lebensmitteln, die keinen Reflux bei mir auslösen sollten, was leider nicht immer funktioniert. Erklärungen habe ich dafür leider keine mehr. Ich trinke nur noch stilles Wasser (keinen Alkohol), habe mir ein Refluxkissen gekauft, was leider auch nicht mehr ausreicht und ich noch 2 zusätzliche Kissen dazugelegt habe.

Leider hat der Reflux sich in den letzten Jahren sehr verstärkt. Es kommen ständig weitere Probleme dazu, obwohl ich mich strikt an alles halte.

Reizhusten, räuspern, Husten mit Auswurf, Schmerzen im linken Arm, Verkrampfung der Speiseröhre nach einem langen Arbeitstag oder Stress, Schmerzen am linken Rippenbogen, oft auch Übelkeit während des Essens. Pantoprazol nehme ich nach Bedarf und das heißt mittlerweile 4- bis 5-mal am Tag 20mg. Da die Säure auf meine Atemwege schlägt muss ich die Medikamente nach Bedarf nehmen. Ich habe schon alles ausprobiert was der Markt so hergibt, aber leider war immer nur eine kurzzeitige Besserung zu sehen. Seit zwei Wochen werde ich nachts durch Atemnot wach. Mein Arzt hat mir ein Asthmaspray verschrieben, da ich schon 2-mal kurz davor war einen Notarzt zu rufen. Mein Zwerchfellbruch war vor ein paar Jahren mit 7mm gemessen worden, mittlerweile steht eine Größe von 3 cm im Raum. Die Ärzte sind aber der Meinung, dass diese kleine Hernie keine so großen Symptome auslöst. In den letzten 2 Jahren wurde ich 3-mal auf einen Candia-Pilz in der Speiseröhre behandelt, der natürlich auch sehr starke Probleme bereitet hat. Da mir meine Ärzte nicht weiterhelfen, bin ich bei einem Heilpraktiker und Osteopathen in Behandlung. Was mir aber auch nicht wirklich hilft.

Meine Psyche und mein Allgemeinbefinden sind mittlerweile sehr stark angekratzt. Alles dreht sich nur noch um meinen Reflux und die daraus entstehenden Probleme. Lebensqualität habe ich keine mehr.... Ich bin froh, wenn ich beruflich noch meinen „Mann“ stehen kann. Ich weiß nie was der Tag bringt, da ich wöchentlich 2 bis 3 starke Säureschübe habe, die aus irgendeinen, für mich nicht erklärbaren Grund auftreten. Danach fühle ich mich wie von einem LKW überrollt.

Die Mannheimer Reflux Klinik hat mir jetzt zur einer Linx-OP geraten. Ich denke das diese OP für mich nicht die Richtige ist und habe mich deshalb dagegen entschieden.

Ich habe mich auf Ihrer Internetseite sehr intensiv belesen und mir alle Patientenstimmen durchgelesen. Die Symptome Ihrer Patienten passen 1:1 zu meinen Symptomen. Man könnte sagen, dass ich mich sogar riesig gefreut habe, das zu lesen, da ich mir ab diesem Zeitpunkt nun so sicher war, dass meine gesundheitlichen Probleme wirklich real sind. Denn man zweifelt manchmal schon an sich selbst...

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.


Von den vielen wichtigen Punkten möchte ich hier zwei aufgreifen: Die Infektion und Besiedlung der Schleimhäute mit Candida Pilzen tritt eigentlich nur dann auf, wenn der Körper erheblich geschwächt ist wie durch eine Chemotherapie, HIV- Infektionen etc.. Dass dies auch unter der Therapie mit Säureblockern vorkommt, zeigt uns wie sehr unser Immunsystem durch die Wirkung der Medikamente leidet. Pilze, die wir regelhaft in uns tragen, entkommen plötzlich unserer Kontrolle und beginnen zu wuchern. Da Pilze in der Speiseröhre ebenso wie Säure ein Brennen verursachen, werden nun noch höhere Dosen der Säureblocker eingenommen.

Aber sogar das Absetzen von Säureblockern und das ausgelöste „Durcheinander“ der Stoffwechselabläufe können zu Pilzinfektionen führen. Ein junger kräftiger Patient von uns, kaum 20 Jahre alt, wurde nach erfolgreicher Operation und dem Absetzen der Medikamente von diesen Candida Pilzen geradezu überwältigt. Er musste daraufhin kurzzeitig sogar intensivmedizinisch behandelt werden. Auch dies muss man zum Thema Säureblocker wissen.

Der andere Punkt ist, dass Säureblocker bei einigen Patienten auch in hohen Dosen wenig helfen, so wie in diesem Fall. Als eine der möglichen Ursachen gilt es zu bedenken, dass das Problem in der Molekularstruktur des jeweiligen Präparates bestehen kann. Alle Säureblocker unterscheiden sich in kleinsten Abschnitten ihres molekularen Aufbaus, was große Bedeutung für die Bindung an die Rezeptoren der Belegzellen im Magen haben kann aber ebenso für die Entwicklung von Nebenwirkungen. Für viele Patienten spielen diese Unterschiede eine untergeordnete Rolle, aber nicht für alle! Es gibt sog. „Non-Responder“, bei denen diese kleinen Veränderungen zum Tragen kommen und keine ausreichende Wirkung erzielt werden kann. Da hilft es auch wenig, die Dosis zu erhöhen. Der Wechsel zu einem anderen Medikamente sollte in jedem Fall versucht werden.

Abschließend darf ich noch erwähnen, dass wir diese Patientin operiert haben und sie wieder gesund ist.


Ihr




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