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Hilfe, mein Herz spielt verrückt!

Sehr verehrte Leserin, sehr geehrte Leser,

ich möchte an dieser Stelle auf den besonderen Zusammenhang zwischen Herzbeschwerden und Reflux hinweisen. Ein Patient schrieb mir: „Manchmal raste mein Herz so schnell wie eine Nähmaschine. Ein sehr beängstigendes Gefühl. Es bestand der Verdacht auf einen Herzinfarkt und so wurde ich in der Klinik gründlich untersucht: EKG, Ergometrie, Blutabnahmen, Ultraschall des Herzens u.s.w.. Die Ärzte sagten, mein Herz sei wie bei einem Sportler und vollkommen in Ordnung. Weil das Herzrasen immer wieder auftrat, bekam ich schließlich B-Blocker verschrieben...“

Zu Recht suchen Patienten umgehend Hilfe, rufen den Notarzt oder fahren in die umliegenden Krankenhäuser. Dort und in allen Folgeuntersuchungen über den Hausarzt und den Kardiologen wird bescheinigt, dass das Herz gesund ist. Man soll sich keine Sorgen machen, denn das „wird schon wieder...“.

Das ist leichter gesagt als getan. Denn plötzliches starkes Herzklopfen, Blutdruckschwankungen und sogar Herzinfarkt-ähnliche Symptomen sind für jeden höchst bedrohlich. Wir haben schließlich nur ein Herz.

Und tatsächlich: Es wird ebennicht„schon wieder...“. Nur wenige Tage später kommen die Patienten wieder ängstlich in der Rettungsstelle und klagen über Herzbeschwerden, Enge- und Druckgefühl, Luftnot, Rücken- odr Brustschmerzen. Die internistisch-kardiologische Abklärung erfolgt erneut. Erneut sind alle Untersuchungen und Laborwerte in Ordnung. Spätestens beim dritten Mal in der Notaufnahme kommt nicht der Internist sondern der Psychiater. Es folgen Diagnosen wie „Sie haben Stress, Sie können die Pensionierung nicht verkraften, Sie haben psychische Probleme, die ihnen nur nicht bewusst sind...“. Viele Patienten werden daraufhin mit Psychopharmaka und Gesprächstherapien behandelt bis hin zur Einweisung in psychosomatische Abteilungen.

Nun zweifeln die Patienten zunehmend an sich selbst: bilde ich mir das doch nur alles ein? Im Laufe der Behandlung wird den Therapeuten und Patienten aber bald klar, dass die Psyche doch nicht die Ursache der Herzbeschwerden ist.

So ist nach der Entlassung alles wieder beim Alten. Die Patienten sitzen wieder zuhause nach einer schier endlosen Ärzteodyssee: Alle Organe sind mehrfach von Fachärzten gecheckt: Kardiologen das Herz, Pneumologen die Lungen, Gastroenterologen den Magen, Radiologen das MRT, Orthopäden den Rücken, Neurologen die Nerven, Psychiater die Seele. Aber tief im Inneren bäumt sich das Herz immer wieder auf, bald jeden Tag. Das tägliche Leben, die Situation am Arbeitsplatz, die Familie, Ehepartner, Kinder, Freunde, Urlaub, alles wird überschattet durch diese nicht endenden Beschwerden und die Sorge, dass doch etwas übersehen worden ist. Denn die Patienten spüren es ganz genau: Irgendetwas ist da nicht in Ordnung!

Sie ahnen, liebe Leser, welche Belastungen die Patienten ertragen müssen. Einige sind schließlich so angeschlagen, dass sie nun tatsächlich psychologische Hilfe benötigen durch ein Leiden, das sich über Jahre hinzieht ohne Aussicht auf Heilung.

Diesen Brief schrieb mir ein Patient stellvertretend für viele andere. Trotz der Länge möchte ich ihn ihnen nicht vorenthalten:


W.P. Duisburg. „Mein Leidensweg begann mit einer fulminanten Herzattacke beim Teetrinken. Sie kam aus dem Nichts und fühlte sich an wie ein wildes Pochen! Ich sprang auf, hatte das Gefühl, nicht mehr richtig durchatmen zu können. Ich riss immer wieder die Arme instinktiv hoch, dachte, das kann man nicht aushalten. Meine Frau rief den Notarzt. Der kam und ich erhielt Nitro wegen des Verdachts auf Herzinfarkt. Der Hausarzt schickte mich dann mit dem Verdacht auf Prinzmetal-Angina zum Kardiologen. Der machte alle notwendigen Untersuchungen, fand aber nichts, das EKG und Belastungs-EKG waren einwandfrei. Labor auch. Ich erhielt wieder Nitrospray. Zur Sicherheit. Die Devise lautete: Beobachten, im Notfall den Notarzt alarmieren. Als das Symptom immer wieder auftauchte, konsultierte ich einen weiteren Kardiologen. Auch hier: kein Befund, alles in Ordnung. Erst der dritte Kardiologe schickte mich zu einem Gastroenterologen, weil er vermutete, daß meine Beschwerden vielleicht vom Magen kommen könnten.

So kam ich zu meiner ersten Magenspiegelung. Befund: Reizmagen, Roemheldsches Syndrom, die Magenschleimhaut deutete auf eine abgeheilte Gastritis. Sonst alles unauffällig. Die Therapie lautete: Omeprazol 40mg, keine Schokolade, keinen Weißwein, keine kohlensäurehaltigen Getränke und nicht zu viel Kaffee.

Nun traten weitere Symptome auf, die ich bisher nicht richtig wahrgenommen hatte: Übermäßiges Aufstoßen, Heiserkeit und immer wieder plötzliche Hustenanfälle. Ich aß immer weniger, ließ dies und das weg, probierte dann die ganze Bandbreite von Entschäumern, experimentierte mit Tee aus Herzgespannkraut, ging auf Ratschlag des Hausarztes zu einem Osteopath, dann Röntgen und Antibiotika.

Ich begriff mehr und mehr, daß sie mir alle nicht helfen konnten. Mein Hausarzt sprach meine Psyche als Ursache an. Ich fühlte mich eigentlich wunderbar bis auf die Herzattacken. Er sagte, das ist ja eben das Problem mit der Psyche: Man glaubt, dass man gesund sei, ist es aber nicht!

Schließlich begann ich eine Psychotherapie. Ich magerte immer mehr ab, von ehemals 75 Kilo auf 64. Das Symptom blieb. Nach einem Jahr(!) Psychotherapie stellte mir der Therapeut anheim, ob ich die Therapie weitermachen oder abbrechen wollte. Er wüsste auch nicht weiter. Mein Gefühl sagte mir, das Symptom kann nicht seelischen Ursprungs sein, ich brach ab, fuhr in Urlaub, hatte wieder einen starken Herzanfall. Dann riet mir ein befreundeter Internist zu einer Röntgen-Breischluckuntersuchung. Diese ergab nun: Kleine axiale Gleithernie. Der Hausarzt: Das haben sehr viele Menschen über 50, das kann nicht die Ursache Ihres Problems sein.

So vergingen 6 Jahre(!), in denen ein normales Leben für mich nicht mehr möglich war. Ich wog nur noch 62kg. Essen war mit Herzattacken unauflösbar assoziiert. Ich war depressiv und dachte tatsächlich an Selbstmord. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Mit Freunden ausgehen, alles ging nicht mehr. Was sollte ich in einem Restaurant, einer Bar? Kein Wein, keine kohlensäurehaltigen Getränke, bloß nichts essen, um nicht wieder unvorhergesehen einen Herzanfall zu bekommen. Ich fühlte mich vom Leben vollkommen ausgeschlossen. Ich rutschte einfach immer weiter ab, ohne dass mir jemand half. Nur meine Frau stand immer zu mir. Aber was sollte sie machen?

So kam ich durch Zufall zu Dr. Löhde. Jetzt nach der Operation ist das schlimme Gefühl, diese Unerklärlichkeit und Unheimlichkeit der Herzattacken verschwunden. Es ist unglaublich! Ich muss nicht mehr ständig „Nein“ sagen, wenn ich ein Glas Sekt, Wein, Bier oder sonst etwas angeboten bekomme und ich habe auch schon wieder Lust auszugehen. Erschreckend für mich im Nachherein, dass kein Arzt das Zwerchfell und all diese Verbindungen der Organe im Körper wirklich kennt und zuordnen kann. Der eine schaut nur auf das Herz, der andere nur in den Magen und verordnet Säureblocker, der dritte glaubt, ich sei verrückt! 6 lange Jahre lang.“


Derartige Symptome eines Zwerchfellbruchs kann man tatsächlich nur mit einer Operation heilen. Für diesen Patienten hat das Leiden endlich ein Ende gefunden. Denn wenn die Ordnung im Körper wieder hergestellt ist, beruhigt sich das Herz und wir merken gar nicht, wie es ununterbrochen nur für uns schlägt.

Ihr

Dr. med. Eckhard Löhde


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